Juhu, Berlin bekommt wieder eine Mauer. Das behaupte ich zumindest in „Die Neue Mauer“. Das Werk unterscheidet sich erheblich von meinen anderen Romanen. Es ist düsterer, brutaler und in mancherlei Hinsicht schmutziger. Das Buch entstand komplett unter dem Eindruck der schlimmsten Lockdowns in der Coronazeit und den eilig beschlossenen oder angepassten Gesetzen, die Lockdowns, Kontrollen, Eingriffe in die Privatsphäre und so weiter erst ermöglichten.
Die Tücken des Infektionsschutzgesetzes
Ich grübelte seinerzeit darüber, was wohl geschehen könnte, wenn eine etwas weniger demokratische Bundesregierung, womöglich ein weit rechtsstehende, das Infektionsschutzgesetz benutzen würde, um Demokratie und Verfassung auszuhöhlen. Keine schöne Vorstellung.
Dann fiel mir ein, dass eine etwas weniger demokratische Bundesregierung wohl nicht auf eine Pandemie wie Covid 19 oder einen Erreger wie SARS 2 warten würde. Eine etwas weniger demokratische Bundesregierung oder überhaupt Regierung hätte vielleicht Mitte der Zehnerjahre einen Erreger wie SARS 1 manipuliert und ihm die fiesen Eigenschaften – superschnelle und einfache Übertragung – von SARS 2 mit auf den Weg gegeben.
Womöglich hätte diese Regierung aber zunächst heimlich einen Impfstoff entwickelt, den sie bald nach Ausbruch der Pandemie der Weltöffentlichkeit präsentiert, mit dem sie allerdings zunächst einmal das eigene Volk versorgt, aber selbstverständlich bloß diejenigen Bürger, die in den Augen dieser Regierung zum Volk gehören.
Ein paar Millionen unliebsame Bürger loswerden
Eine Pandemie dient aber nicht nur dazu, ein paar Millionen unliebsame Bürger loszuwerden. Eine Pandemie kann darüber hinaus ein prima Ablenkungsmanöver sein, wenn man beispielsweise den 3. Weltkrieg vom Zaun brechen möchte: Niemand schaut so genau hin, wenn du aufrüstest. Viele glauben dir gern, dass der gefährliche Erreger in einem chinesischen Labor gezüchtet wurde. Und selbst eigentlich hochüberlegene Supermächte schließen neue militärische Allianzen mit deinem Land, wenn sie im Gegenzug bei der Impfstoff-Lieferung bevorzugt werden.
Neue Berliner Mauer
Der böse Kanzler mit dem sprechenden Namens Wolf Reichsmann hat bereits in den Neunzigerjahren die Weichen gestellt. Als Innenminister hat er erfolgreich Zwietracht zwischen Ost- und Westdeutschland gesät. Die Wiedervereinigung wurde zurückgenommen und die Neue Berliner Mauer gebaut.
Doch das war nur ein Trick, abgesprochen mit den Mächtigen in Ostdeutschland. Die erneute Trennung plus angeblicher Feindschaft lieferten das perfekte Alibi für eine erste umfassende Aufrüstung.
Gedanken lesen und Zellen manipulieren
Jetzt steht der 3. Weltkrieg unmittelbar bevor, während in weiten Teilen der Welt die SARS-Pandemie wütet. Ein echt schlimmes Szenario. Da muss schon ein Held her, um das Allerschlimmste zu verhindern.
Hier wird es knifflig, denn dieser Held, der Student Ronald, verfügt über eine übernatürliche Kraft. Seine Mutter war eine hochgedopte bayerische Eisschnellläuferin, sein Vater ein hochgedopter brandenburgischer Schwimmer. Die vielen unterschiedlichen Mittel in den Körpern der Eltern veränderten Ronalds Gene. Er kann per Gedankenkraft in fremde Körper eindringen, Gedanken lesen und Zellen manipulieren – mit allen Folgen.
Nicht alle Leser finden die Idee mit der Superkraft gut. Nicht zuletzt deshalb ist das Feedback zu „Die Neue Mauer“ sehr geteilt. Es gibt Verrisse und Lobeshymnen in etwa gleichhoher Zahl. Auf Amazon ist dies recht anschaulich abgebildet.
Womit auch nicht alle klarkommen: Ich erzähle die Geschichte rückwärts, beginnend an einem trüben Sommertag des Jahres 2017 im Schatten der Neuen Mauer und endend am Flughafen Zürich irgendwann in den Achtzigern. Da entdeckt der Hilfsarbeiter Urs seine übernatürlichen Kräfte, bevor er sich im Gletschereis konserviert, um im Sommer 2017 jung und stark genug zu sein. Er wird dann verhindern wollen, dass Ronald den fiesen Kanzler aufhält …
Stoff für eine Fortsetzung
Stoff genug also für eine Fortsetzung. An dieser ist der Verlag, Redrum, allerdings nicht interessiert. Wahrscheinlich wäre es auch eher Stoff für einen düsteren Comic? Vielleicht liest jemand diesen Beitrag und erkennt das riesige Potenzial dieses Szenarios, das sich bekanntlich in der Realität widerspiegelt. Man denke nur an all die Autokraten auf der Welt. Praktisch täglich wird alles schlimmer. Praktisch überall auf der Welt. Unaufhaltsam …
