Ihr letzter Tanz

16 Sep. 2025

„Mike Mül­lers schwie­rigs­ter Auf­trag“, schreibt die West­deut­sche All­ge­meine und resü­miert tref­fend: „Unter­halt­same, kurz­wei­lige Kri­mi­lek­türe.“ Wer es über­prü­fen möchte: „Ihr letz­ter Tanz“ gibt es über­all, wo es gute Bücher gibt – von Autoren­hand lie­be­voll signiert aller­dings aus­schließ­lich bei mir. Hier ist der Kon­takt. Am schnells­ten dürfte es über die sozia­len Netz­werke funk­tio­nie­ren. Ich freue mich auf eure Anfra­gen.

Und darum geht es: Bochums Vor­zeige-Pri­vat­de­tek­tiv Mike Mül­ler steckt tief in der Klemme. Er soll sei­nen Freund Jakob beschat­ten, um her­aus­zu­fin­den, ob die­ser fremd­geht. Falls Mike den Auf­trag ablehnt, geht Jakobs Gat­tin Kers­tin halt zu einer ande­ren Detek­tei.

… und ein pinkes Smartphone in der Hand

„Dann mach ich es lie­ber“, denkt Mike und über­nimmt den undank­ba­ren Job. Prompt wird alles noch viel schlim­mer: Jakob stürmt – nach einem rund zehn­mi­nü­ti­gen Auf­ent­halt – panisch aus einem Wohn­haus, ein pin­kes Smart­phone in der Hand. Statt Jakob zu fol­gen, sieht Mike sich in die­sem Haus um – und erlebt in „Ihr letz­ter Tanz“ Fol­gen­des:

Die Inspek­tion der ers­ten Etage nähert sich ihrem Ende, es fehlt nur die vierte Tür. Lei­der weiß ich nur allzu gut, wie sol­che Situa­tio­nen häu­fig aus­ge­hen. Ent­we­der bekomme ich gleich hef­tig eins über den Schä­del gezo­gen, jemand drückt mir eine Wumme in den Rücken oder ich finde eine Lei­che.

Diesmal ist es die Leiche

Dies­mal ist es die Lei­che. Ich ent­de­cke sie hin­ter der ange­lehn­ten Tür. Sie führt ins zweite Schlaf­zim­mer. Oder Spiel­zim­mer. Viele Spie­gel. Inklu­sive Decke. Ein King­size-Bett. Plüsch. Das meiste Rosa. Oder Pink. Ich kenne die Gren­zen nicht. Ja, ja, ich weiß: Pink wie das Handy in Jakobs Hand.

Irgendwo lie­gen Hand­schel­len herum. Eine Peit­sche lehnt an der Wand. Ein Bade­man­tel nach­läs­sig auf den Boden gewor­fen. Rosa. Oder pink. Fisch und Fleisch. Sado­maso oder Kin­der­kram. Alle Even­tua­li­tä­ten abge­deckt. Ein typi­sches Puff­zim­mer. Und die Dame, die jeden Wunsch erfüllt, ruhet sanft auf besag­tem Bett.

Haare. Hautschuppen. Irgendetwas

Ich ver­harre im Tür­rah­men. Tat­ort, echoet es in mei­nem unver­sehr­ten Kopf. Kei­nen Schritt wei­ter, Mike. Egal, was du jetzt tust, du wirst Spu­ren hin­ter­las­sen. Haare. Haut­schup­pen. Irgend­et­was. Und die Kri­mi­nal­tech­nik wird es fin­den. Jakob dürfte Spu­ren hin­ter­las­sen haben, im schlimms­ten Fall an der Dame, die sehr tot aus­sieht.

Die Wür­ge­male an ihrem Hals leuch­ten feu­er­rot. Neben ihr liegt ein gigan­ti­sches Dau­nen­kis­sen, das sich prima auf ein Gesicht drü­cken ließe. Erstickt. Erwürgt. Bei­des. Egal. Der Dame sollte es mitt­ler­weile egal sein. Ein pro­pe­res Mädel Mitte zwan­zig, blond. Zu Leb­zei­ten für man­che Män­ner ein Hin­gu­cker, zumal in die­sem Negligé, einem zar­ten Anflug von nichts, das Brüste prä­sen­tiert, die zum Berüh­ren ein­la­den, stramme Waden.

Ich werde sie nir­gendwo berüh­ren, um letzte Gewiss­heit ob ihres Zustan­des zu erlan­gen. Ich habe, dank mei­ner cle­ve­ren Berufs­wahl, genü­gend Lei­chen gese­hen. Klar, wenn ich sie an unver­fäng­li­chen Stel­len des Kör­pers berüh­ren würde, könnte ich her­aus­fin­den, wie warm die­ser Kör­per ist und Rück­schlüsse auf den Todes­zeit­punkt zie­hen, um der alles ent­schei­den­den Frage näher­zu­kom­men: Hat Jakob sie umge­bracht? Zwölf Minu­ten rei­chen aus, behaupte ich. Und ist er des­we­gen panisch aus dem Haus gestürmt? Geflo­hen?

Ihr letzter Tanz: Dance to the Playlist

Bei der obli­ga­to­ri­schen Play­list habe ich mich bei „Ihr letz­ter Tanz“ auf Lie­der beschränkt, die das Thema „Tanz“ im Titel tra­gen. Es kommt also das Wort „Tanz“ oder, wesent­lich häu­fi­ger, das Wort „Dance“ im Titel vor – oder aber ein bestimm­ter Tanz­stil wie „Tango“, „Samba“ oder „Loco­mo­tion“. Bei all dem darf weder die „Dancing Queen“ feh­len noch, wie es sich für einen Krimi gehört, Songs wie „Kri­mi­nal-Tango“ und „Mur­der on the Dance­f­loor“, und erst recht nicht mein per­sön­li­cher Tanz-Favo­rit „Dancing in the Dark“.*

I’m sick of sit­ting around here try­ing to write this book.

*An man­chen Tagen mag ich „Mur­der on the Dance­f­loor“ lie­ber. Ich mag vor allem das läs­sige Video mit dem Tanz­wett­be­werb. Stark.

PS: Am 23. Okto­ber lese ich aus „Ihr letz­ter Tanz“. Alle Infos dazu fin­det ihr in die­sem Blog­bei­trag.

PS: Es wurde eine sehr schöne Lesung, dort in Wat­ten­scheid. Wirk­lich sehr schön. Ich hoffe auf bal­dige Wie­der­ho­lung.

PS: Zwi­schen­zeit war „Ihr letz­ter Tanz“ auf der Buch-Platt­form Love­ly­books in zwei Kate­go­rien für Preise nomi­niert.

Buchcover von Arne Dessauls Bochum-Krimi „Ihr letzter Tanz“