Künstliche Intelligenz

12 Feb. 2026

Künst­li­che Intel­li­genz, KI oder, wenn es mal wie­der Eng­lisch sein muss, AI, bestimmt wesent­lich län­ger unser Leben, als es den meis­ten bewusst ist. Durch ChatGPT bekam die Sache aller­dings eine neue Dyna­mik, weil es unter ande­rem plötz­lich für alle mög­lich war, KI ein Gedicht ver­fas­sen zu las­sen, eine E‑Mail oder das Kon­zept für ein Pro­jekt. Weil es mög­lich war, taten es viele.

Es dau­erte jedoch nicht lang, bis erste Kon­flikte über den KI-Ein­satz – ich fokus­siere mich nun auf die Kunst – ent­brann­ten: Darf man Kunst mit­hilfe von KI erschaf­fen? Wer oder was ist dann der Künst­ler? Gilt dann etwa bereits Promp­ten als Kunst? Wo lie­gen die ethi­schen Gren­zen?

Gefährliche Gedankenstriche

In der Buch­blase, um den Fokus wei­ter zu schär­fen, drehte es sich rasch um per Künst­li­cher Intel­li­genz erzeugte Cover und Illus­tra­tio­nen der Figu­ren, spä­ter um Text­pas­sa­gen, um Klap­pen­texte und Expo­sees, gar um Romane, die erfolg­rei­che Influen­ce­rin­nen (aller­dings nicht zwangs­weise für Lite­ra­tur) gerüch­te­weise kom­plett von einer KI schrei­ben lie­ßen (und die sich angeb­lich ver­kauf­ten wie geschnit­ten Brot). Bestimmte Satz­zei­chen gerie­ten in Ver­dacht, dass ChatGPT oder andere Intel­li­gen­zen beim Schrei­ben gehol­fen haben. Viele Gedan­ken­stri­che bei­spiels­weise deu­ten auf KI hin. Unsi­chere Autorin­nen tilg­ten dar­auf­hin vor­sichts­hal­ber mas­sen­haft Gedan­ken­stri­che in ihren Manu­skrip­ten.

Die­ser Tage flu­ten Zei­chen­trick­bild­chen die Time­lines auf Face­book, Tik­Tok und Insta­gram. Sie zei­gen User (egal, ob Autor, Fri­seur oder Buch­hal­ter) bei der Arbeit – und sehen alle irgend­wie gleich (egal, ob Autor, Fri­seur oder Buch­hal­ter) und extrem lang­wei­lig aus, genau wie die KI-geschaf­fe­nen und vor­hin erwähn­ten Illus der Cha­rak­tere. Alles aus­tausch­bar. Die Flut an Bild­chen bei die­ser Chall­enge spricht aber zugleich für die Akzep­tanz von Künst­li­cher Intel­li­genz in der Buch­blase.

Ich nutze es nicht

Gleich­wohl mel­den sich eben­falls die Geg­ner, sie erin­nern an die gigan­ti­sche Ener­gie­ver­schwen­dung zum Bei­spiel bei der erwähn­ten Chall­enge. Auch ethi­sche Aspekte spie­len eine Rolle. Dazu das, was ich hier stän­dig her­vor­hebe: das See­len­lose und Aus­tausch­bare von vie­len von KI erzeug­ten Inhal­ten jeg­li­cher Art.

Da ich mich aus­schließ­lich mit KI im Umfeld von Lite­ra­tur und der dazu­ge­hö­ri­gen Com­mu­nity in den sozia­len Netz­wer­ken beschäf­tigt habe, beschränkt sich meine Hal­tung zur KI auf eben­die­sen Bereich, und da sage ich: Ich nutze es nicht.

Ich halte im Übri­gen auch nichts davon, dass jeder Mensch im Laufe sei­nes Lebens min­des­tens ein Buch geschrie­ben haben muss. Wer es aus­schließ­lich mit KI-Sup­port hin­be­kom­men könnte, soll es halt las­sen. Es gibt viele andere sinn­stif­tende, schöne Dinge im Leben. Malen, sin­gen, tan­zen, Autos repa­rie­ren, Men­schen pfle­gen, pro­gram­mie­ren, fri­sie­ren, unter­rich­ten. Ich kann nichts davon, und das stört mich nicht. Okay, ein biss­chen tan­zen und sin­gen, das wäre sehr nett.

Meine Wünsche an Kollege „Chattie“

In der kur­zen Gold­grä­ber­stim­mung zu Beginn von ChatGPT habe ich es ein­mal selbst aus­pro­biert: für ein Anschrei­ben und für ein Roman­ka­pi­tel. Das Wort „Promp­ten“ im Kon­text von Künst­li­cher Intel­li­genz kannte ich da noch nicht. Ich habe meine Wün­sche an „Chat­tie“ rein intui­tiv for­mu­liert, das Resul­tat war ver­hee­rend, wor­über ich sehr froh war.

Nach­trag vom 10. April 2026: Das Thema hat in der Buch­szene kürz­lich wie­der mäch­tig an Bri­sanz gewon­nen, da der Ver­lag Hachette ein größ­ten­teils von KI ver­fass­tes Buch vom Markt nahm. Schlimm daran ist vor allem, dass die Exper­ten beim Ver­lag es nicht merk­ten, son­dern erst die Leser. Mehr dazu in der Frank­fur­ter Rund­schau.

Dar­auf kannst du dich freuen, wenn du „Ewige Schuld“ liest:

  • Erste Liebe
  • Coming-of-Age
  • Drei­ecks­be­zie­hung
  • Abitur + Ober­stufe + Gym­na­sium
  • Cold Case
  • Morde
  • Zwei­ter Welt­krieg
  • Schuld
  • Rache
  • Zwangs­ar­bei­ter
  • Dorf­le­ben
  • Fuß­ball
  • Nie­der­sach­sen + Klein­stadt + Wol­fen­büt­tel + Harz
  • Sieb­zi­ger­jahre
  • Zwei Zeit­ebe­nen
  • Nomi­niert als „Nie­der­sach­sens Buch des Jah­res“

Ein signier­tes Exem­plar von Ewige Schuld erhal­ten.

Buchcover von Arne Dessauls Roman „Ewige Schuld“