Kuschelrock

15 Jan. 2026

Kürz­lich schrieb ich an die­ser Stelle über die Zeit­schrift BRAVO und vor etwa einem Jahr über Songs, die im Jahre 1975 ihren 50. Geburts­tag fei­er­ten. Dies­mal ver­knüpfe ich bei­des.

„Kuschelrock“ steht für wunderschöne Musik

Die 1987 gestar­tete Sam­pler-Reihe „Kuschel­rock“ stammt zwar nicht aus dem Hause BRAVO, es gab aber lange Zeit Part­ner­schaf­ten. Vor allem aber steht der von einem Radio­mo­de­ra­tor erfun­dene Begriff „Kuschel­rock“ für wun­der­schöne Musik. Jeder von uns hat gewiss einen Favo­ri­ten. Für dich hier vorn mag „Love me ten­der“ die Mut­ter aller „Kuschel­rock-Klas­si­ker“ sein, für dich da hin­ten ist es womög­lich „Yes­ter­day“, für mich ist es „Eter­nal Flame“. Oder „Don’t stop belie­vin‘“. Oder …

1976 war die „Kuschel­rock-Ära“ noch weit ent­fernt. Das hielt aber nie­man­den davon ab, „Kuschel­rock“ zu kom­po­nie­ren, weder Peter Maf­fay („Und es war Som­mer“) noch Björn und Benny („Dancing Queen“) noch viele andere Künst­ler. Billy Joel bei­spiels­weise schuf 1976 mit „New York state of mind“ sei­ner Hei­mat­stadt ein musi­ka­li­sches Denk­mal.

Mary Roos mag „Hamburg im Regen“

Der Song fand sich zwar nie auf einem „Kuschel­rock-Album“ wie­der, er lei­tet aber prima zum nächs­ten Thema über. Als Bochu­mer ist mir selbst­ver­ständ­lich bewusst, dass es Lie­der über Städte gibt. Ulla Meine­cke bei­spiels­weise besingt „Frank­furt“, die Ärzte ziehts (nicht) nach „Wes­ter­land“, die Knef hat „… noch einen Kof­fer in Ber­lin“, eine Stadt, die auch von Ideal gefei­ert wird. Mary Roos mag „Ham­burg im Regen“ und Billy Joel hat auch über „Allen­town“ gesun­gen. Von Songs über Paris, Lon­don, Ams­ter­dam, San Fran­cisco oder „New York, Rio, Tokyo“ will ich gar nicht erst spre­chen.

Und wäh­rend ich dies tue, nicht dar­über spre­chen wol­len, fällt mir prompt der Song „Ancho­rage“ ein, gleich dar­auf „Wis­sens­wer­tes über Erlan­gen“; des­halb höre ich nun tat­säch­lich auf.

Wesent­lich sel­te­ner benen­nen sich Künst­ler oder Bands nach Städ­ten. Die bekann­tes­ten Bands dürf­ten wohl Bos­ton und Chi­cago sein, beide beson­ders erfolg­reich in den Sieb­zi­ger­jah­ren. Und: Beide Grup­pen haben vor 50 Jah­ren, also 1976, fri­sche Alben her­aus­ge­bracht. Das von Bos­ton hieß „Bos­ton“, das von Chi­cago „Chi­cago X“. Nicht wirk­lich fan­ta­sie­voll, oder?

„Eternal Flame“ landet auf Kuschelrock Vol. 3

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich die Kurve kriege: Selbst­ver­ständ­lich befin­den sich auf die­sen Alben Lie­der, die zum abso­lut Legen­därs­ten gehö­ren, was je (unab­sicht­lich) für (spä­tere) „Kuschel­rock-Sam­pler“ kom­po­niert wurde: „More than a fee­ling“ von Bos­ton und „If you leave me now“ von Chi­cago. „More than a fee­ling“ lan­dete auf dem drit­ten „Kuschel­rock-Album“ (genau wie „Eter­nal Flame“), „If you leave me now“ erst auf dem neun­ten.

Woher ich das alles weiß? Vor allem in der Mike-Mül­ler-Reihe erfreue ich meine Lese­rin­nen und Leser mit auf­wän­dig recher­chier­ten Play­lists. Über die Bos­ton-Chi­cago-Sache stieß ich beim Schrei­ben von Band 4, „Ihr letz­tes Spiel“.

Und dein liebster Kuschelrock-Klassiker?

Wel­ches Lied ist denn dein liebs­ter „Kuschel­rock-Klas­si­ker“? Wenn du magst, schreib es mir in einer Mail oder kom­men­tiere es unter die Social-Media-Posts, mit denen ich den Blog bewerbe. Ich würde mich freuen.