Kürzlich schrieb ich an dieser Stelle über die Zeitschrift BRAVO und vor etwa einem Jahr über Songs, die im Jahre 1975 ihren 50. Geburtstag feierten. Diesmal verknüpfe ich beides.
„Kuschelrock“ steht für wunderschöne Musik
Die 1987 gestartete Sampler-Reihe „Kuschelrock“ stammt zwar nicht aus dem Hause BRAVO, es gab aber lange Zeit Partnerschaften. Vor allem aber steht der von einem Radiomoderator erfundene Begriff „Kuschelrock“ für wunderschöne Musik. Jeder von uns hat gewiss einen Favoriten. Für dich hier vorn mag „Love me tender“ die Mutter aller „Kuschelrock-Klassiker“ sein, für dich da hinten ist es womöglich „Yesterday“, für mich ist es „Eternal Flame“. Oder „Don’t stop believin‘“. Oder …
1976 war die „Kuschelrock-Ära“ noch weit entfernt. Das hielt aber niemanden davon ab, „Kuschelrock“ zu komponieren, weder Peter Maffay („Und es war Sommer“) noch Björn und Benny („Dancing Queen“) noch viele andere Künstler. Billy Joel beispielsweise schuf 1976 mit „New York state of mind“ seiner Heimatstadt ein musikalisches Denkmal.
Mary Roos mag „Hamburg im Regen“
Der Song fand sich zwar nie auf einem „Kuschelrock-Album“ wieder, er leitet aber prima zum nächsten Thema über. Als Bochumer ist mir selbstverständlich bewusst, dass es Lieder über Städte gibt. Ulla Meinecke beispielsweise besingt „Frankfurt“, die Ärzte ziehts (nicht) nach „Westerland“, die Knef hat „… noch einen Koffer in Berlin“, eine Stadt, die auch von Ideal gefeiert wird. Mary Roos mag „Hamburg im Regen“ und Billy Joel hat auch über „Allentown“ gesungen. Von Songs über Paris, London, Amsterdam, San Francisco oder „New York, Rio, Tokyo“ will ich gar nicht erst sprechen.
Und während ich dies tue, nicht darüber sprechen wollen, fällt mir prompt der Song „Anchorage“ ein, gleich darauf „Wissenswertes über Erlangen“; deshalb höre ich nun tatsächlich auf.
Wesentlich seltener benennen sich Künstler oder Bands nach Städten. Die bekanntesten Bands dürften wohl Boston und Chicago sein, beide besonders erfolgreich in den Siebzigerjahren. Und: Beide Gruppen haben vor 50 Jahren, also 1976, frische Alben herausgebracht. Das von Boston hieß „Boston“, das von Chicago „Chicago X“. Nicht wirklich fantasievoll, oder?
„Eternal Flame“ landet auf Kuschelrock Vol. 3
Jetzt wird es aber Zeit, dass ich die Kurve kriege: Selbstverständlich befinden sich auf diesen Alben Lieder, die zum absolut Legendärsten gehören, was je (unabsichtlich) für (spätere) „Kuschelrock-Sampler“ komponiert wurde: „More than a feeling“ von Boston und „If you leave me now“ von Chicago. „More than a feeling“ landete auf dem dritten „Kuschelrock-Album“ (genau wie „Eternal Flame“), „If you leave me now“ erst auf dem neunten.
Woher ich das alles weiß? Vor allem in der Mike-Müller-Reihe erfreue ich meine Leserinnen und Leser mit aufwändig recherchierten Playlists. Über die Boston-Chicago-Sache stieß ich beim Schreiben von Band 4, „Ihr letztes Spiel“.
Und dein liebster Kuschelrock-Klassiker?
Welches Lied ist denn dein liebster „Kuschelrock-Klassiker“? Wenn du magst, schreib es mir in einer Mail oder kommentiere es unter die Social-Media-Posts, mit denen ich den Blog bewerbe. Ich würde mich freuen.
