Wenn ich auf das allererste Feedback von Testlesern oder aus dem Lektorat warte, bin ich bei Buch 14 genauso nervös wie beim Erstling.
Da Buch 14 – Mike Müllers 6. Fall – im Selfpublishing erscheint, habe ich mich selbst auf die Suche nach einem passenden Lektorat begeben. Beim Recherchieren stolperte ich zunächst über eine für mich neue Info, Motto: Man lernt halt nie aus. Und ich hatte mich noch nie derart eingehend damit beschäftigt: Es gibt unterschiedliche Ansätze für ein belletristisches Lektorat.
Stil-Lektorat
Mir ging prompt ein Licht auf: All meine bisherigen Bücher haben sogenannte Stil-Lektorate durchlaufen. Ich hatte mich stets gewundert, dass es so gut wie keine Anmerkungen zu Plot oder Figuren gab. Endlich wusste ich, woran es lag: Darauf haben die Lektoren nicht geachtet.
Ich suchte nun also jemanden, die oder der hauptsächlich auf Ungereimtheiten in der Story achtet. Schließlich fand ich den perfekten Lektor: Er unterscheidet bei seinen Angeboten von vornherein unter anderem zwischen stilistischem Lektorat und Entwicklungslektorat (inklusive der Fragen: Funktioniert der Plot? Fiebert man mit den Figuren mit?). Außerdem ist der Lektor auf Krimis spezialisiert und genießt einen hervorragenden Ruf.
Das Schlimmste befürchtet
Obwohl er gut zu tun hat, nahm er mich im Spätsommer 2025 unter seine Fittiche. Kurz vor meiner Mexiko-Reise Mitte Dezember meldete er sich schriftlich: Bevor er weitermacht, müssen wir sprechen. Ich befürchtete das Schlimmste: ein nicht oder zumindest nur sehr aufwändig und teuer zu rettendes Manuskript.
Wegen Mexiko und anderer Projekte seinerseits fand das Zoom-Gespräch erst am 23. Januar 2026 statt. Kurz zuvor hatte er mir das einmal überarbeitete Manuskript geschickt. Ein abschließendes Urteil, wie schlimm es um das Manuskript steht, bot diese Überarbeitung nicht.
Unerwartete Wendung
Deshalb war ich beim Zoomen lange Zeit recht nervös – bis herauskam, dass mir der Lektor nicht die Leviten lesen wollte. Ganz im Gegenteil: Er wollte miranbieten, den zweiten Überarbeitungsdurchgang auf wenige Kapitel zu reduzieren oder sogar ganz darauf zu verzichten. Das Buch sei bereits gut, der Plot stimmig und die Figuren lebendig.
Das ging runter wie Öl, stellte gleichzeitig meine These zu den bisherigen Lektoraten erheblich infrage. Es gibt offensichtlich kaum etwas an meinen Geschichten zu bemängeln. Deshalb fehlten auch bisher entsprechende Anmerkungen. Auch eine Erkenntnis. Ich nehme sie gern mit und feile gleichwohl noch ein wenig an Mike Müllers Abenteuer auf Sardinien.
PS: Mittlerweile habe ich auch das Korrektorat angebahnt. Es geht voran. Wenn auch nicht so fix wie erhofft.
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