Was ich mit diesem Text versuche: Menschen oder Institutionen finden, die mich für Lesungen buchen. Firmen finden, die Bücher von mir verschenken möchten. Denn das, also vor allem das mit den Lesungen, ist in den vergangenen Jahren in der Tat schwieriger geworden, auch wegen Corona. Doof. Sehr doof.
Ab ins Wohnzimmer
Vor knapp zwei Jahren hat der Maximum-Verlag mal versucht, uns Autoren zu den Menschen nach Hause zu schicken. Nicht wie Robert Habeck an den Küchentisch für einen gemeinsamen Kaffee und ein gutes Gespräch, sondern auf die Couch für eine private Lesung im Wohnzimmer.
Die Sache verlief rasch im Sande, bereits im Ansatz. Leider, denn eigentlich ist es eine gute (wenn auch keine neue) Idee. Ich war bisher zweimal bei Leuten zuhause, als Autor, meine ich, es waren so Lesezirkel und wir haben jeweils über eines meiner Bücher geredet. Gelesen habe ich nicht.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Unter „Meine Angebote und Aktionen“ auf meiner Autorenseite biete ich es, biete ich mich an: für private und öffentliche Lesungen.
Öffentlich habe ich schon über hundert Mal gelesen: in Buchhandlungen, Büchereien, Kirchen, Gemeindesälen, Sportheimen, Theatern, Beerdigungsinstituten, Kneipen, Discos, Weinhandlungen, Möbelgeschäften, im Reisebus, auf dem Spielplatz oder an Originalschauplätzen der Bücher.
Lesung im Krimi-Bus als persönlicher Höhepunkt
Ich bin da sehr offen, wie man sieht. Fun Fact: In Beerdigungsinstituten und Weinhandlungen lief es besonders gut: viel Publikum, gute Stimmung, ordentliche Buchverkäufe. An den Reisebus, der einer Hildesheimer Buchhändlerin eine Zeitlang als „Krimi-Bus“ diente, erinnere ich mich äußerst gern. Wir fuhren zu einigen Schauplätzen alias Tatorten meiner Wolfenbüttel-Krimis.
Lesungen sind insgesamt der wichtigste Faktor bei meiner Selbst- und Buchvermarktung. Oberstes Ziel dabei: Meine Bücher unters Volk bringen, denn: Ich steh voll auf meine Bücher. Sie sind klasse. Möglichst viele Leute müssen sie unbedingt lesen.
Geschenkaktionen für Unternehmen
Bekanntlich spielen meine Romane in Wolfenbüttel oder Bochum. Zweimal habe ich gezielt Firmen jeglicher Couleur in den beiden Städten angeschrieben: ob sie sich vorstellen könnten, meine Bücher zu verschenken: zu Weihnachten, an Geburtstagen, bei Jubiläen. An Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, Gäste. Mit Signatur, versteht sich. Inklusive Rabatt ab gewissen Abnahmemengen. Lieferung frei Haus. Und so weiter.
Der Erfolg dieser Mailings ist bislang überschaubar, aber immerhin messbar. Also, was die erste Aktion betrifft, 2020. 2025 gibt es bisher zwei Antworten: Eine Unternehmerin hat selbst ein Buch geschrieben. Eine Firma hat für 2025 kein Budget mehr für Geschenke, aber vielleicht 2026? Nee is klar …
Wie gesagt: Wohnzimmerlesungen
Für Buchmessen – eine weitere prima Chance, sich zu vermarkten – eigne ich mich leider nicht so wirklich. Ich war einmal in Leipzig (an diversen Verlagsständen), zweimal in Mülheim an der Ruhr und einmal in Solingen (mit jeweils eigenen Ständen) und kam mir – abgesehen von zwei, drei Momenten in Leipzig – immer irgendwie verloren vor. Um mich herum war alles (und alle) laut und bunt und schrill. Bei mir lagen Bücher auf dem Tisch.
So, und jetzt bitte noch mal die ersten Sätze lesen. Und zeigen, dass es doch nicht so schwer geworden ist. Danke 🙂
